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Außerhalb Bayerns wissen es nur wenige: Die Oberpfalz ist das burgenreichste Land Deutschlands. Im Land um Neumarkt i.d.OPf. finden sich beeindruckende Reste des Mittelalters. Der Aufstieg der Oberpfälzer Ritterschaft in dieser Gegend begann parallel zum Niedergang der Agilolfinger gegen Ende des 8. Jahrhunderts. Der heutige Landkreis Neumarkt i.d.OPf. bildete eine Kernlandschaft des ehemaligen bayerischen Nordgaus und spielte seit der Zeit der Frankenkönige und der nachfolgenden Salier und Staufer eine wichtige Rolle in der Reichspolitik. Historischer Widerpart der Oberpfälzer Rittergeschlechter wurde das Haus der nach und nach erstarkenden Wittelsbacher. Der Wittelsbacher Pfalzgraf Johann machte Neumarkt i.d.OPf. zu seiner Residenzstadt und stiftete 1426 das Kloster Gnadenberg. Sein Sohn, Christoph III. von Bayern, vereinte von 1440 bis 1448 die größten Territorien in seiner Hand, die je ein Wittelsbacher besaß.
Der Burgenreichtum der Oberpfalz schmückt die Landschaft auf ganz besondere Weise. Überall stehen die Relikte längst vergangener Tage, oft bieten die Burgen und Schlösser auch heute noch trutzige oder elegante Wohnung. Wer wissen möchte, was sich hinter dicken Gemäuern verbirgt, der stößt mitunter auf Geschichten, die sich dramatisch wie Kriminalromane gestalten. Das "Kind Europas" - Der Nürnberger Findling Kaspar Hauser - ist ein Beispiel dafür. Eine von vielen Varianten seiner geheimnisumwitterten Lebensgeschichte geht davon aus, dass Hauser zu Beginn der größten Kriminalgeschichte des 19. Jahrhunderts als Kind etliche Jahre in Schloss Pilsach nahe Neumarkt i.d.OPf. eingesperrt war ...
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| | Stadt Berching
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Die ältesten Zeugnisse einer Besiedlung des Berchinger Raumes reichen bis in die Jungsteinzeit zurück (500 v. Chr.). Urkundlich wird Berching erstmals 883 erwähnt, als Kaiser Karl III. seinem Getreuen Euprant die Kapelle in "Villa Pirihinga" verlieh, die sich im Bereich der heutigen St. Lorenzkirche in der Vorstadt befand. 912 gelangte Berching in den Besitz der Eichstätter Bischöfe, zu deren Hochstift der Ort bis 1803 gehörte. |
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Der älteste Siedlungskern Berchings liegt im Bereich der heutigen Vorstadt am östlichen Ufer der Sulz. Schon frühzeitig ist jedoch auch am Westufer eine Siedlung entstanden, die bereits im 13. Jahrhundert befestigt wurde. 1296 wurde Berching erstmals als "oppidum" (befestigter Ort) bezeichnet, 1314 wurde der Ort bereits als Stadt genannt, die mit einem festen Mauerring umgeben war und eine Ratsverfassung besaß. Das Stadtsiegel ist seit 1342 nachweisbar, das Stadtgericht wird 1354 erstmals erwähnt. Unter Bischof Wilhelm von Reichenau (1464 - 1496) wurden die Befestigungsanlagen erneuert und die Stadtmauern ausgebaut. Die 14 Türme und die vier Tore sind noch in vollständiger Form erhalten und die Stadtmauer ist heute noch begehbar. Schon vor 1245 war dem Ort das Marktrecht verliehen worden. Zahlreiche wohltätige Stiftungen, wie das 1722 von Bürgermeister Johann Georg Pettenkofer gestiftete Kloster, das eindrucksvolle alte Rathaus im Zentrum und die beiden großen Kirchen zeugen noch heute vom Reichtum der Stadt. Von kriegerischen Ereignissen blieb Berching lange Zeit verschont. Im Bauernkrieg von 1525 verhinderte der starke Mauerring eine Besetzung der Stadt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Berching jedoch 1633 von den Schweden besetzt. Die Stadt wurde geplündert und die Vorstadt mit Ausnahme der Lorenzkirche niedergebrannt. |
Auch das nahegelegene Kloster Plankstetten, das 1129 als bischöfliche Eigenkloster gegründet worden war, und seine Abteikirche wurden verwüstet. Die daraufhin neu errichteten Klostergebäude sind im Wesentlichen bis heute erhalten geblieben. Erst als 1803 in Folge der napoleonischen Kriege das Hochstift Eichstätt säkularisiert wurde, endete nach fast 900 Jahren die weltliche Herrschaft der Eichstätter Bischöfe über die Stadt, die zunächst an den Großherzog von Toskana fiel und kurze Zeit von Salzburg aus regiert wurde. 1806 kam Berching zu Bayern. Lange Zeit beherbergte das Kloster Plankstetten ein Knabeninternat, heute besitzt es für Besucher eine Klosterschenke. |
| | Geschichte des Klosters Plankstetten:
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Graf Ernst IV. stiftete mit seinen Brüdern Gebhard, Bischof von Eichstätt, und Hartwig im Jahre 1129 dieses Kloster als bischöfliches Eigenkloster. Schon 1138 konnte der Mitbegründer Bischof Gebhard das Münster von Plankstetten zu Ehren der Jungfrau Maria und des Evang. Johannes einweihen. 1525 überfielen aufständische Bauern das Kloster, schwedische Truppen verwüsteten 1632 erneut Kirche und Kloster. Nach dem 30jährigen Krieg begann der Wiederaufbau unter Abt Dominikus I. Blatt (1651-77). Von 1695 ab erfolgte in mehreren Abschnitten bis 1767 der Neubau der Klostergebäude, die sich im Wesentlichen bis heute erhalten haben. Die große Blütezeit erlebte Plankstetten im 18. Jh., vor allem unter dem im Rufe der Heiligkeit gestorbenen Abt Maurus Xaverius Herbst (1742 - 57). 1806 wurde die Abtei im Zuge der Säkularisation aufgehoben. Abt Rupert III. Metzenleitner von Scheyern errichtete 1904 wieder das alte Benediktinerkloster Plankstetten, finanziell unterstützt durch Theodor Freih. von Cramer-Klett. 1917 wurde das Priorat Plankstetten zur selbständigen Abtei erhoben. Eine umfassende Renovierung der Klostergebäude erfolgte seit 1959 unter Abt Paulus Heinz (1958-76). 1966 - 70 wurde ebenfalls die Klosterkirche restauriert. |
| | Stadt Dietfurt a.d.Altmühl
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Die Geschichte Dietfurts reicht weit zurück. Spuren prähistorischer Besiedelung lassen sich bis zur Eiszeit verfolgen. Dagegen ist die erste urkundliche Erwähnung Dietfurt nicht genau nachgewiesen, sie soll aus dem Jahre 1144 datiert sein. 1304 wurde Dietfurt bereits zum Markt erhoben. Nach dem Aussterben der Hirschgerger Grafen, zu deren Herrschaftsbereich auch Dietfurt gehörte, kam der Ort 1305 an die Wittelsbacher. Zusammen mit der Burg Wildenstein bildete Dietfurt den Mittelpunkt des gleichlautenden Bayerischen Gerichts. 1416 erfolgte die Stadterhebung, die der herzoglich-bayerische Ort seiner Grenzlage zum Fürstbistum Eichstätt verdankte. Das Schloss im Ortsteil Töging wurde um 1480 erbaut. Das Gebäude wurde ursprünglich als sogenannter Hallen- oder Kastenbau errichtet. Das Schloss hat eine lange Geschichte bis es im Jahre 1805 Privatleute erwarben. In der Folge verfiel es immer mehr bis 1992 auch ein Teil der Vorderfront einfiel. 1985 kaufte die Stadt Dietfurt das Schloss und sanierte es. Mit der Einweihung des Schlosses nach der außerordentlich gelungenen Sanierung wurde am 21. April 1993 ein Schlusspunkt hinter einer Baumaßnahme gesetzt, die wie kaum eine andere in die Geschichte des Ortes Töging eingeht. Heute ist das Schloss ein unanfechtbarer Mittelpunkt des Ortes. |
| | Markt Lupburg
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Der Name Lupburg findet sich erstmals im Jahre 960. Reichzga von Lupburg ist eine der ersten Nonnen im neugegründeten Kloster "Niedermünster" in Regensburg. Urkundlich belegt ist im Jahre 1129 ein Ludwig von Lupburg. Mit dem Tode des Konrad von Lupburg, der als Bischof von Regensburg fungierte, starb im Jahre 1313 das Geschlecht aus. In der Folgezeit war die Herrschaft und damit die Burg im Besitz des Hochstiftes Regensburg, 1387 erwarb den Besitz der Herzog Friedrich von Bayern-Landshut, der das Schloss dann im Jahre 1392 an den Herzog Johann von Bayern-München abgab. Dieser wiederum verpfändete Burg und Markt um 5.000 Gulden an die Parsberger, in deren Besitz sie schließlich bis zum Jahre 1572 verblieb. Von da an ging Lupburg an das Herzogtum Pfalz-Neuburg und wurde damit Sitz eines Pflegamts. Unter Pfalzgraf Philipp Ludwig bekam der Ort am 21. Oktober 1586 die Marktrechte mit dem Wappen verliehen. Im 30-jährigen Krieg (wohl um 1632) zerstörten die Schweden Burg und Markt. Mit Errichtung des Königreiches Bayern (im Jahre 1806) wurde das Pflegamt aufgelöst. Die mittelalterliche Burgruine thront noch heute über dem Markt, Führungen finden nach Absprache statt. |
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| | Stadt Neumarkt i.d.OPf.
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Die Burgruine Wolfstein ist seit Jahrhunderten das Wahrzeichen der Stadt. Die Burg wurde um 1120 erstmals urkundlich erwähnt und war der Stammsitz des bedeutenden Geschlechts der Wolfsteiner, dessen letzter Nachkomme Mitte des 18. Jahrhunderts starb und in der Gruft der Sulzbürger Kirche begraben liegt. Am besten wandert man von der Kirche Hl. Kreuz in ca. 20 Minuten vorbei am Krähentisch, einer grotesken Felsformation der einen einzigartigen Ausblick über Neumarkt i.d.OPf. bietet, zur Ruine. Schon auf dem Weg erkennt man die strategische Bedeutung der Anlage und die geschickte Ausnutzung der geographischen Verhältnisse. | Als sogenannte Höhenburg wurde sie auf der Nordwestspitze des Wolfsteinbergs erbaut. Die steilabfallenden Seiten des Höhenzuges mit dem einzigen Zugang im Südosten zur Jurahochfläche bildeten ein natürliches Hindernis für Angreifer, außerdem konnte die tieferliegende Ebene gut überblickt werden. Gegenüber der Kapelle des Wolfsteinbauern biegt man scharf nach links ab und gelangt zur Brücke über den inneren Graben, der die Hauptburg in Form eines Halsgrabens umschließt. Bis zum Jahre 1228 führte eine Zugbrücke über den ca. 15 Meter tiefen Abgrund. Auch heute noch bietet der Wolfstein einen herrlichen Ausblick über das Juraland. Neue Ausgrabungen, kostenlose Burgführungen und das Wolfsteinfest versetzen den Besucher in die längst vergangenen Zeiten zurück.
www.wolfsteinfreunde.de |
| | Das Pfalzgrafenschloss:
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Als Pfalzgraf Friedrich II. die 1520 während seiner Abwesenheit niedergebrannte Burg, die Pfalzgraf Johann in Neumarkt i.d.OPf. errichtet hatte, von dem Eichstätter Erhard Reich in den Jahren bis 1539 wieder aufbauen ließ, verzichtete er nicht auf Bering, auf Wassergraben und Torbauten. Die Verteidigungsmöglichkeiten seines Schlosses war ihm wichtig, doch legte er, dem Zeitgeist folgend, durchaus auch Wert auf Wohnlichkeit und Repräsentation. Selbst wenn manche Details noch ganz gotisch waren, entsprach der Innenhof der neuen Vierflügelanlage durchaus den Vorstellungen der Renaissance. Ganz im Stil der Zeit gab es einen Springbrunnen, umgaben offene, auf Steinsäulen ruhende Arkaden den Hof, führte eine überdachte Freitreppe zu den beiden Sälen in den Obergeschossen, zur Tafelstube und zum Tanzsaal. Im ehemalige Pfalzgrafenschloss Neumarkt i.d.OPf. befindet sich heute das Amtsgericht |
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| | Stadt Parsberg
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Die über 1000jährige Burganlage ist bis heute vollständig erhalten. Hoch über der Stadt Parsberg erhebt sich die malerische Schloss- und Burganlage, deren Baugeschichte bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht. Vom ältesten, nur in Ruinen erhaltenen Teil, genießt man einen weiten Ausblick über Stadt und Umland. Die angrenzende "Obere Burg", entstand Ende des 16. Jahrhunderts. Um 1700 erhielt die "Untere Burg" ihre heutige Gestalt, nachdem sie nach dem 30jährigen Krieg wieder aufgebaut wurde. Die Burganlage beherbergt neben den jährlichen Ausstellungen und Konzerten auch ein Museum. Das 1926 gegründete Heimatmuseum baut die Stadt seit 1981 neu auf. Bisher wurden auf 500 qm vier Abteilungen "Handwerk, Textil, Religion und Wohnen" eingerichtet. Bei den Burgspielen im Juli und beim Burgrock im August dient der Burghof als ideale Kulisse. |
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| Schloss Parsberg | | |
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| Parsberg aus der Luft | | | Wasserschloss in Pilsach
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Das renovierte, heute in Privatbesitz befindliche Schloss Pilsach, ist nur auf Anmeldung zugänglich. Jährlich finden Ausstellungen hier den passenden Rahmen.
Das Schloss erlangte durch die Vermutung, dort sei Kaspar Hauser in einem Verließ versteckt gehalten worden, überregionale Bekanntheit. 1924 wurde in dem Schloss während eines Treppenhausumbaus ein zugeschüttetes Verlies entdeckt, in dem die damalige Schlossbesitzerin Klara Hofer das Gefängnis von Kaspar Hauser zu erkennen glaubte. |
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19981/82 tauchten im Schloss halbvermoderte Reste von Kleidungsstücken auf und ein nur wenig beschädigtes hölzernes Pferd, eben ein solches Spielzeugpferd, wie es auch Kaspar Hauser bei sich getragen bzw. beschrieben hatte. Kaspar Hauser wurde am 14. Dezember 1833 im Ansbacher Hofgarten überfallen und starb aufgrund des Messerstiches am 17. Dezember 1833. Der mysteriöse Kriminalfall konnte niemals aufgeklärt werden und führt noch heute zu interessanten Spekulationen.
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| | Das Deutschordensschloss in Postbauer-Heng
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1953 fand man im Ortsteil Buch einen Goldkegel aus vorgeschichtlicher Zeit (ca. 1200 v. Chr.), welcher auf eine schon sehr frühe Besiedlung hinweist. Nur etwa 80 Jahre nach der Gründung des Ordens vor Akkon im Heiligen Land - 1190 während des 3. Kreuzzuges - beginnt die Geschichte des Deutschordenspflegeamtes Postbauer. |
Jutta von Lauf, Priorin des Dominikanerinnenklosters in Frauenaurach, verkaufte "alle ihre Güter in Buch" an das Deutschordenshaus Nürnberg, somit begann die Geschichte des Pflegamtes Postbauer. Durch die Gefangennahme des Raubritters Eppelein von Gailingen im Jahre 1381 wurde Postbauer-Heng zwar weithin bekannt, seine Bedeutung verdankt Postbauer-Heng jedoch den Deutschordensherren aus Nürnberg. 1401 wurde das Deutschordensamt als Pflegeamt geführt, 1720 dann das Schloss und 1722 die St.-Johannes Kirche errichtet. Am 20. November 1805 wurde das Deutschordenspflegeamt in Postbauer in den bayerischen Landesstaat eingegliedert (Inbesitznahme durch das Kurfürstentum Bayern). Das Deutschordensschloss wurde 1805 zuerst an einen pensionierten Hauptmann namens Molzberger verkauft, am 07. Juni 1990 - inzwischen hatte es 8mal den Besitzer gewechselt - beschloss der Gemeinderat, es zu erwerben und zu einem Haus der Kultur umzubauen. Nach 5 Jahren Bauzeit wurde das Schloss als wertvolles Kulturzentrum im Juni 1996 eingeweiht. |
| | Ohne touristische Belebung wie Bewirtung und Führung, ohne Museum oder nicht zugänglicher Privatbesitz bzw. nur mehr als Ruine zu besichtigen sind:
Gemeinde Berg
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Die Bedeutung des Ortes Berg bezeugen zwei Burgen bzw. Schlösser, die zur damaligen Zeit existierten. 1360 wurde Berg dem Amt Haimburg einverleibt. Pfalzgraf Johann I. von Neumarkt i.d.OPf., der ab 1410 Besitzer der Haimburg war, baute sie 1434 zu einem prächtigen Jagdschloss aus. Haimburg wurde zu dieser Zeit auch Pflegeamt für 32 umliegende Ortschaften, zu denen auch Berg gehörte. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg mehrmals geplündert, 1648 endgültig niedergebrannt. Seitdem ist sie nur noch als Ruine erhalten. Ein weiterer Herrensitz im heutigen Gemeindegebiet befand sich in Rohrenstadt. Das Schloss der Rohrnstätter, deren Geschlecht um das Jahr 1250 erstmals auftritt, befand sich auf dem Berg oberhalb Mitterrohrenstadt. Nach dessen Verfall errichteten sie im 16. Jahrhundert ein Wasserschloss im Tal, das noch heute steht. Vom Hussitenkrieg 1432 wurde Berg hart betroffen, die Burgen in Brand gesetzt. 1542 wurde die Reformation eingeführt. Die Bevölkerung des zur Rheinpfalz gehörenden Raumes Berg wurde gezwungen, dem Glaubenswechsel des Fürsten in den lutherischen und später in den calvinistischen Glauben zu folgen. Besonders standhaft widersetzten sich die Nonnen des Klosters Gnadenberg. Pfalzgraf Johann I. von Neumarkt hatte das 1438 geweihte Birgittenkloster auf Wunsch seiner Gemahlin Katharina auf dem Eichelberg, den er nunmehr Gnadenberg nannte, errichten lassen. 1438 war auch der Grundstein für die große Klosterkirche, die 70 m lang und 37 m breit war, gelegt worden. Dank vieler Schenkungen, Stiftungen und Käufe waren die Besitztümer des Klosters, das aus einem Mönchs- und einem Frauenkloster bestand, rasch angewachsen. Der Grabstein des Ritters von Wildenstein, der seinen Berger Herrensitz 1467 ebenfalls dem Kloster schenkte, ist noch heute in der Klosterruine zu bewundern. Trotz des Widerstandes der Nonnen löste sich das Kloster 1577 ganz auf, da keine neuen Nonnen mehr aufgenommen werden durften. Als 1626 die Oberpfalz dem bayerischen Herzog Maximilian als Entschädigung für seine Kriegskosten zuerkannt wurde, musste das Volk wieder katholisch werden. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Kloster Gnadenberg 1635 niedergebrannt. Die Ruine wurde danach als Steinbruch genutzt. Heute steht die Ruine, die sich in Privatbesitz befindet, unter Denkmalschutz. |
| | Markt Breitenbrunn
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Erste Zeugnisse einer Besiedlung stammen bereits aus der Zeit um 1700 v. Chr. "Preitprunnin" wird erstmals in einem Vertrag von 863 erwähnt. Gesichert nachgewiesen ist Breitenbrunn in einem Dokument des Bistums Eichstätt aus dem Jahre 876. Die ersten eigenständigen Besitzer von Burg Breitenegg und der Herrschaft Breitenbrunn waren von 1129 an die "Edlen von Breitenbrunn". Ihnen folgten die Herren von Laaber. Sie erbauten eine Burg, deren Fundamente noch heute zu sehen sind. Im 14. Jahrhundert erhielt Breitenbrunn das Marktrecht, 1473 kam Breitenegg in den Besitz der Herren von Wildenstein, die die Herrschaft bis Ende des 16. Jahrhunderts innehatten. Von den fünf Toren ist heute nur noch das Schlosstor erhalten. Durch dieses Tor führte bis in das 19. Jahrhundert eine Post- und Handelsstraße. 1592 wurde Breitenbrunn zwischen dem reformierten Herzogtum Pfalz-Neuburg und dem katholischen Herzogtum Bayern aufgeteilt, ab 1611 gehörte die gesamte Herrschaft wieder dem Herzog von Bayern, der sie 1624 seinem verdienten Feldherrn Tilly schenkte. Auf Bitten Tillys wurden 1631 die sichergestellten Kirchenschätze an Breitenbrunn zurückgegeben. (Die gotische Monstranz wurde deshalb auch zur Tilly-Monstranz). 1744 kam die Reichsgrafenschaft an die Freiherrn von Gumppenberg, die den Besitz 1792 an Kurbayern verkauften. Mit der Einführung des Codex Civilis 1798, mit der Verlegung des Landgerichtes zum kurfürstlichen Landgericht nach Neumarkt 1803 und mit der Betriebnahme der Eisenbahnlinie Nürnberg-Regensburg 1850, wurde der Markt wirtschaftlich geschwächt. 1896 machte Breitenbrunn jedoch durch den Bau eines Elektrizitätswerkes, dem ersten Stromversorgungsunternehmen der Oberpfalz, wieder von sich reden. Die Burgruine und ein Tilly-Schloss sind noch bewohnt und in Privatbesitz, das zweite Tilly-Schloss ist heute das schmucke Rathaus. Jährlich findet im September in Breitenbrunn das Tillyfest mit Umzug und historischem Treiben statt. |
| | Gemeinde Deining
| Das Schloss in Deining befindet sich in Privatbesitz und ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich! |
| | Markt Hohenfels
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Das Hohenfelser Land ist uraltes Siedlungsgebiet. Zahlreiche Grabhügel und Wälle aus vorchristlicher Zeit zeugen von der Besiedelung durch die Kelten. Die Geschichte des Ortes spiegelt sich in der Geschichte des Geschlechtes der "Hohenfelser" wieder, deren ursprünglicher Sitz zunächst eine Turmburg auf der Höhe des heutigen Dorfes Hausraitenbuch war. Erst zu Beginn des 12. Jahrhunderts erbauten sie eine feste Burg auf dem hohen Felsrücken über dem Forellenbach und gaben sich danach den Namen die "Hohenfelser". 1375 waren sie jedoch aufgrund ihrer Verwicklungen in zahlreiche Händel und Fehden so verarmt, dass sie ihre Burg und den Ort Hohenfels an den Wittelsbach Pfalzgrafen verkaufen mussten, der hier ein Pflegeamt einrichtete. Bereits seit 1450 besaß Hohenfels eine Marktordnung, im Jahr 1540 wurde dem Markt als Symbol der eigenen Rechtsfähigkeit ein Wappen verleihen. Mit dem Gebiet der Kurpfalz musste auch Hohenfels von 1538 bis 1628 den Glaubenswechsel miterleben. 1628 fiel das Gebiet an Kurfürst Maximilian I. von Bayern, der es 1631 seinem Feldherrn Tilly verleih. Nach dem Aussterben des Tilly-Geschlechtes fiel Hohenfels 1724 an den bayerischen Kurfürsten zurück. Nach der Gründung des Königreichs Bayern 1803 wurde das Pflegamt Hohenfels aufgelöst, die leerstehende Burg war dem Verfall preisgegeben und wurde schließlich als Steinbruch abgetragen. Nur der mächtige Burgfried trutzte der neuen Zeit und krönt noch heute als Zeuge vergangener Zeiten den "Schlossberg" in Hohenfels. |
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| | Gemeinde Seubersdorf
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Der älteste kirchliche Mittelpunkt im Gemeindegebiet ist Waldkirchen, im Volksmund "Petersberg" genannt, wurde erstmals 1053 als "Vualtchiricha" urkundlich erwähnt, als Kaiser Heinrich III. den Markt mit allen Rechten dem Eichstätter Bischof verlieh. Auf dem Petersberg soll schon vor der Gründung des Bistums die Christenlehre verkündet worden sein. Die "Geburtsstunde" der meisten Dörfer im heutigen Gemeindebereich fällt in die Epoche des Landesausbau im Früh- bzw. im Hochmittelalter, für den u.a. auch die ansässigen Adelsgeschlechter verantwortlich waren. Eine dominierende Rolle spielte dabei die Adelburg, ein Reichslehen, das erstmals Ende des 12. Jahrhunderts urkundlich erwähnt wurde und zu dessen Herrschaftsbereich das heutige Gemeindegebiet gehörte. Nach dem Aussterben des Adelsgeschlechtes der Engelharter, die lange Zeit auf der Adelburg (bei Eichenhofen) saßen und denen auch der Minnesänger "Endilhart von Adelburg" angehörte, fiel die Burg 1246 an das Reich zurück. In der Folgezeit wurde die Wehranlage vielfaches Handels- und Tauschobjekt. An die mächtige Burg erinnern heute nur noch Mauerreste und ein eingefallender jedoch noch sichtlich unterirdischer Geheimgang. Der Ortsname Seubersdorf wird erst im Jahre 1320 als "Seiferßdorf" in einer schriftlichen Quelle genannt. |
| | Stadt Velburg
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Die Burg Helfenberg bei Lengenfeld (Nahe Velburg), an die heute nur noch eine Ruine erinnert, wurde in der zweiten Hälfte des zwölften Jahrhunderts erbaut. Wie sich später herausstellte, wurde die Anlage wohl im Jahre 1153 errichtet. 1129 wurde die Velburg zum ersten Mal urkundlich erwähnt . Burgherren waren bis 1217 die Grafen von Velburg. In der darauffolgenden Zeit der Herrschaft des Herzogs von Bayern erfolgte etwa zwischen 1231 und 1285 die Gründung des Ortes Velburg durch systematische Neuansiedlungen im Schutze der Burg. Vorläufersiedlung des sich zunächst ebenfalls Veldorf nennenden "neuen Marktes" ist das ca. 12 km südlich gelegene heutige Dorf Altenveldorf. 1320 wurden dem neuen Markt Velburg die Stadtrechte verliehen. Der Schildinhalt des Stadtwappens ist schon seit etwa 1380 nachweisbar. An die Befestigung der Stadt erinnern heute noch Reste der Stadtmauer, das Nordtor und ein Rundturm im Südosten. (Ursprünglich besaß die Stadtmauer 13 Türme und eine Dreitoranlage). Weitere Informationen dazu: http://www.schloss-helfenberg.de |
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Burgruine Velburg
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Quelle: Landkreis Neumarkt - Das große Heimatbuch der westlichen Oberpfalz und die Gemeindeverwaltungen des Landkreises Neumarkt i.d.OPf. |
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Weitere Informationen über Burgen, Schlösser und alte Bauten finden Sie im ostbayerischen Führer �Kulturhistorische Streifzüge� und in den kulturhistorischen Sammelwerken (je 2,- Euro) des Tourismusverbandes Ostbayern. Fordern Sie die Broschüren an unter: Tourismusverband Ostbayern Luitpoldstraße 20
93047 Regensburg, Tel. 0941/585-39 info@ostbayern-tourismus.de www.ostbayern-tourismus.de |