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  Zeugenbergrunde  
     
 

Qualitätsweg der Stadt Neumarkt i.d.OPf.

Die Zeugenbergrunde rund um Neumarkt � ein neuer Spitzenwanderweg mit dem Qualitätssiegel des Deutschen Wanderverbands � inszeniert das Neumarkter Becken in vortrefflicher Weise. Man muss sich Zeit lassen, um die mehrfach kontrastierenden Facetten der belebten Landschaft einzufangen: Weite Ebenen werden unterbrochen von wuchtigen, bewaldeten Bergen, die wie Kolosse wirken, gelegentlich aber auch sehr zarte Charakteristik aufweisen. Urbane Kultur trifft auf Waldesstille, industriell-agrarische Inwertsetzung auf unberührte Naturlandschaft, prosperierende Industrie auf Bewährt - Althergebrachtes.
Eine Genusstour auf der Zeugenbergrunde bringt uns die unterschiedlichen Aspekte näher. Landschaftstypisch wechseln dabei steile An- und Abstiege mit Passagen, wo wir fast eben dahin wandern. Unterwegs wechseln Natur und Gewerbe, Kultur und wirtschaftliche Geschäftigkeit. Unterwegs erwarten Sie die Hoteliers von Neumarkt und die freundlichen Gasthäuser der umgebenden Dörfer. Bitte treten Sie ein � die Welt der Neumarkter Zeugenberge belohnt Sie mit vielfältigen Überraschungen!

 www.zeugenbergrunde.de


1. Von Loderbach nach Höhenberg

Angenehme Wanderung, zunächst recht unspektakulär, später mit fulminanten Passagen!

Wir beginnen unsere Tour an der Kirche in Loderbach, früher selbständige Gemeinde, nun zu Berg gehörend. An der Kirche in der Ortsmitte stoßen wir auf die Markierungen von zwei wichtigen Wanderwegen � dem Main-Donau-Weg (MD) sowie der mit Rotstrich auf gelbem Spiegel markierten Zeugenbergrunde. Der Wegweiser informiert uns über das nächste Etappenziel: Ruine Wolfstein � 6,8 Kilometer.

Beschwingt folgen wir den deutlichen Markierungen in südöstlicher Richtung aus der Ortschaft hinaus. Bald können wir vom Waldrand aus auf die zahlreichen Mühlen im Schwarzachtal hinunter schauen. Sie haben dem Stadtteil seien Namen gegeben � Neumarkt � Mühlen. Kurz darauf tritt unser Wanderweg in den Wald ein. Der Hainbühl, ein von lichten Kiefern bestandener Sandhügel, dürfte wohl im Zusammenhang mit den nacheiszeitlichen Fluten als Ergebnis des Geschiebes entstanden sein. Nach einem etwas ungemütlichen Abschnitt auf dem Fußweg neben dem Autobahnzubringer schlüpft unser Weg wieder in den Hain neben der befahrenen Straße. Er entlässt uns auf die Wiesen; neben uns das Betriebsgelände von Fa. Fritz Berger, einem international bekannten Camping-Ausstatter. Ein Wiesenweg bringt uns vorbei am Sportgelände der Neumarkter Bogenschützen zur stillen Habersmühle an der Schwarzach. Der Kontrast zwischen moderner Geschäftigkeit und alter Tradition illustriert sich hier besonders pointiert.
Unser Weg führt uns, der Schwarzach aufwärts folgend, über die B299 und später auf einem kleinen Fahrsträßchen zur Friedlmühle und der romantisch gelegenen Bodenmühle. Wenig später kommen wir zur �Leitgraben-Brücke�, einem wasserbautechnischen Kuriosum: Der frühere Ludwigs-Kanal, der Main und Donau verband, hatte in Neumarkt seinen Scheitelpunkt. Um die Scheitellinie des Kanals ausreichend mit Wasser versorgen zu können, leitete man es aus der wasserreichen Schwarzach westlich von Auhof ab. Der etwas tiefer liegende Ottosauer Bach, der oft über die Ufer trat, musste dabei überbrückt werden, was mittels einer Kanalbrücke geschah.
Kurz vor der Leitgraben-Brücke biegen wir zusammen mit dem Frankenweg (wie Zeugenbergrunde ein Qualitätswanderweg) nach rechts ab und wandern beschwingt über die Wiesen, die im Frühjahr eine reiche Blumenpracht zeigen. Leicht ansteigend erreichen wir Labersricht, einen verträumten Weiler am Fuße des Wolfstein. Wir wenden uns nach links; kurz darauf verlässt uns der Frankenweg. Weiter oberhalb wird er uns wieder entgegen kommen!
Die vor uns liegende Passage schlängelt sich wunderbar angenehm in leichter Steigung durch den herrlichen Buchen-Mischwald am Nordhang von Ruine Wolfstein ins idyllische Ottosauer Tal. Zahlreiche Quellen am unteren Rand des Steilhangs haben tiefe Runzen in den Berg gefressen. An einer Waldwiese weist uns der Wegweiser 4044: 1,2 km bis zur Ruine Wolfstein. Es erwartet uns ein etwas steileres Wegstück, das sich mit zwischenzeitlichen Aussichten auf das unter uns liegende Ottosauer Tal den Hang hinauf zieht. Wo wir auf einen Fahrweg stoßen, wenden wir uns scharf nach rechts. In Hanglinie bleibend, kommen wir kurz darauf auf die Weiden von Wolfstein, dicht bewachsen mit einer Fülle unterschiedlicher Büsche und Hecken. Nach einem kurzen, steilen Aufstieg über die Wiesen und Felder erreichen wir die Zufahrtsstraße zur Ruine und kurz darauf die mächtige Burganlage von Ruine Wolfstein, dem weithin sichtbaren Wahrzeichen von Neumarkt. Die alte Burg der Pfalzgrafen war arg in Mitleidenschaft geraten; erst in jüngster Zeit konnte sie � mit erheblichem Aufwand und nur unter Einsatz von schwerem Militärgerät im unwegsamen Gelände unterhalb der Burgmauern � wieder stabilisiert und ihr Bestand gesichert werden. Die sorgsam renovierten Artefakte alter Ritterzeit lohnen eine eingehende Besichtigung, zu der wir uns die Zeit nehmen. Bei klarem Wetter ein absolutes Muss ist der Aufstieg zum Pallas, von dem man eine herrliche Rundumsicht genießen kann.  Unterhalb der Ruine gibt es eine Einkehrmöglichkeit, die zu Bier und Bratwurst einlädt.
Unser weiterer Weg führt vom Parkplatz leicht abwärts in südlicher Richtung. Nach wenigen Metern stehen wir auf der Aussichtskanzel des �Krähentischs�, einer bizarr anmutenden Felsformation, die den Gesetzen der Schwerkraft zu trotzen scheint: Eine harte Schicht aus Kalk-Dolomit hat sich über den weicheren, abgewitterten Schichtkalken erhalten, das Ergebnis ähnelt einer Krähe, die vorwitzig auf einem Felssporn sitzt. Unter uns liegt das vitale Neumarkt mit seinem schönen historischen Marktplatz. � Bald fällt unser Weg über karstige Wiesenhänge abwärts. Früher war der nun sonnige Wiesenhang fast völlig überwuchert. Erst durch aufwändige Freilegungsmaßnahmen unter Federführung des Landschaftspflegeverbands Neumarkt ist es gelungen, den ursprünglichen Zustand des früheren Weidelands mit seiner artenreichen Vegetation und Fauna wiederherzustellen.
Bald stößt unser Steiglein auf einen von Schafhof herauf ziehenden Wiesenweg. Hier wenden wir uns nach links. Wer eine Kostprobe der hochwertigen Neumarkter Gastronomie genießen will, dem sei der kurze Abstieg nach Schafhof auf dem (uns entgegenkommenden) Frankenweg empfohlen; Berghotel-Restaurant Sammüller lohnt eine Einkehr. �
Wir folgen dem wunderbaren Wiesenweg nach links. Er läuft mit herrlicher Aussicht auf Neumarkt und sein südlich angrenzendes Vorland durch Wacholder- und Schlehenheide, manchmal zieren einzeln stehende, knorrige Kiefern die Wiesenhänge. Nach geraumer Zeit erreichen wir die Einmündung der Zufahrtsstraße nach Wolfstein in die Staatsstraße, überqueren letztere und gelangen auf dem Fußweg nach kurzer Zeit zur Siedlung Fuchsberg. Kurz mit dem Frankenweg biegen wir rechts ab und steigen einen soliden Flurweg aufwärts. Bald zeigen sich die versteckten Häuser von Hinterfuchsberg; kurz darauf empfängt uns der Hochwald, durch den wir auf einem festen Waldweg fast eben entlang wandern. Nach etwa 20 Minuten öffnet sich der Wald. Vor uns liegt Höhenberg, Ziel unserer ersten Etappe. Vorbei an der Friedenslinde mit einem künstlerisch gestalteten Marterl gelangen wir ebenen Wegs in die Ortschaft. Restaurant-Pension Almhof, Hotel Schönblick oder Gasthaus Nisslbeck lassen die Auswahl, wo wir unseren Hunger stillen. Der Stadtbus bringt uns gern auch in die Altstadt  von Neumarkt mit seinem historischen, wunderschönen Marktplatz.


2. Von Höhenberg durch die Hasenheide nach Buchberg

Bequeme, stille Wanderung, ruhigste Etappe auf der Zeugenbergrunde

Sehr viel verborgener und stiller als auf der ersten wird es auf unserer zweiten Etappe, die wir in Höhenberg nach einer angenehmen Nacht und einem guten Frühstück beginnen. Der zentrale Wegweiser in Höhenberg meint: Buchberg / Gipfel � 14,6 km. Wir werden unsere Wanderung aus gutem Grund jedoch bereits kurz davor beenden, um in Neumarkt die vergnüglichen und interessanten Kulturangebote nutzen zu können.
Unser Weg führt uns neben der Zufahrtsstraße zur Mariahilf-Kirche fast eben am Albtrauf entlang. Gelegentlich bieten sich tiefe Blicke hinunter in das Neumarkter Becken. Über den Parkplatz gelangen wir zu einer Stiege, die zum Vorplatz der Mariahilf-Kirche hinunter führt. 
Eine Besichtigung der im frühen 18. Jahrhundert erbauten Kirche lohnt sich � nicht nur für Andacht-Suchende. Die innige Stimmung der Kirche korrespondiert mit der wunderbaren Sicht hinunter nach Neumarkt. Herrlicher Buchenwald umsäumt die steilen Hänge, über die der Kreuzweg vom Kloster St. Joseph herauf führt; er bringt uns auch die Mariahilf-Schlaufe des Jurasteigs entgegen, die uns von hier an begleitet.
Vom Vorplatz der Klosterkirche aus steigen wir über ein paar Treppen zur Grotte unterhalb der Kirche. Hier wenden wir uns nach links und folgen einem wunderschönen Pfad, der sich am Hang entlang windet und später mit mäßigem Gefälle abwärts führt. Bemerkenswert ist der Buchen-Robenien-Mischwald, der auf dem Südhang des Mariahilfbergs gedeiht. Später  tritt der genussvolle Pfad ins Freie und springt, mehrfache Wendungen vollführend, über die Wiesen oberhalb von Lähr, einer zu Neumarkt gehörenden Ortslage.
In Lähr wenden wir uns nach rechts und folgen dem Zufahrtssträßchen in südwestlicher Richtung auf den Wald zu. Der Untergrund besteht aus Schwemmsanden, die sich während der nacheiszeitlichen Fluten hier abgesetzt hat. Die magere Krume ist bestimmend für die Vegetation: Fast nur krüppelige, kleine Kiefern gedeihen hier; im Sommer erhitzt sich der Waldboden, so dass nur wenig Unterholz vorhanden ist. Der Trockenstandort ist Nährboden für zahlreiche Pflanzen und Insekten, die wir ansonsten nur selten in Deutschland finden können.
Unser Waldweg tritt kurz ins Freie; vorsichtig überqueren wir die Bundesstraße B8. Kurz darauf empfängt uns die Hasenheide. An Werktagen im Frühjahr entfaltet sich hier eine merkwürdige Hörsensation: Das Gebrüll der Vöglein kontrastiert mit dem leise singenden Anlagen der Baumaterialindustrie.  � Unser Weg schlängelt sich über mehrere Sandhügel, immer wieder die Richtung wechselnd. Später gelangen wir auf den Saumpfad neben der Bahnlinie nach Regensburg, der wir ein geraumes Stück folgen. Nahe Weichselstein unterqueren wir die Bahn und wenden uns kurz wieder in nördlicher Richtung. Immer weiter führt uns unser Weg. Etwa zwei Stunden von unserem Ausgangspunkt gelangen wir, nach nochmaliger Wendung nach Norden, zum Gelände der Neumarkter Trabrennbahn. Familien mit Kindern mögen sich dazu entscheiden, den schön angelegten Jura-Zoo zu besuchen, einem Privat-Zoo, der wegen seiner Gibbon-Zucht bekannt ist.
Unser weiterer Weg führt uns nun beschaulich und eben auf den Treidelpfaden des Alten Ludwigskanals entlang. Das von Radlern und Spaziergängern gern benutzte Wasserbauwerk führt schnurgerade nach Süden. Wasserrosen und verschiedene interessante Wasserpflanzen haben hier ihre Heimat gefunden. Bei der Ölkuchenmühle überqueren wir den Kanal und folgen ihm auf seiner westlichen Seite. Wo er aus dem Wald heraus tritt, wählen wir einen kleinen Fahrweg nach rechts. Er bringt uns bald in einen sehr stillen, fast unberührten Wald, durch den wir auf Pfaden hindurch wandern. Über eine Lichtung gelangen wir schließlich ins Freie, wo wir nach rechts abbiegen.
Da steht er, der wuchtigste und imposanteste aller Zeugenberge: Der Buchberg mit seinen mächtigen, Buchen bestandenen Flanken. � Er wird uns auf der nächsten Etappe, ab dem Ort Buchberg, beschäftigen.
Wir wenden uns an der kleinen Zufahrtsstraße in die Ortschaft Buchberg. Von hier aus können wir uns per Bus oder Abholer zurück nach Neumarkt in unser Quartier bringen lassen. Wer möchte, kann auch in der Ortschaft Buchberg einkehren; eine empfehlenswerte griechische Gastwirtschaft bietet schmackhafte Gerichte an.


3. Von Buchberg nach Tyrolsberg

Bergige, anspruchsvolle Wanderung zu historischen Stätten auf drei Zeugenbergen

Im krassen Gegensatz zur zweiten Etappe steht die dritte, die über drei Zeugenberge führt und dabei mehrere archäologisch hoch interessante Stätten berührt. Sie verdeutlicht die landschaftliche Vielfalt besonders stark: Steile Auf- und Abstiege wechseln mit langen, fast sentimentalen Abschnitten auf den Ebenen dazwischen.
Wir starten in der Ortschaft Buchberg, das wir mit dem Bus oder mit dem Zubringer erreichen. Am südwestlichen Ortsende, wo die Dorfstraße in die Kreisstraße nach Reichertshofen mündet, stoßen wir auf die Zeugenbergrunde. Unser Weg führt bald aufwärts über die Wiesen. Am Buchberg erspüren wir die Entstehungsgeschichte der Zeugenberge hautnah: Je weiter wir aufwärts kommen, desto steiler wird der Berg. Das hat seinen Grund darin zu suchen, dass die erodierten Gesteins- und Erdmassen einen nach unten auslaufenden Kegel rund um den Bergstumpf gebildet haben. Wo sie abgetragen worden sind, zeigt der Buchberg mit seinen Steilhängen seine erbitterten Zähne.
Kurz vor dem Busch bestandenen Übergangsbereich zwischen Wiesen und Wald biegen wir nach links ab; später führt unser Weg wunderbar mäandrierend durch duftend sonnige, äußerst kleinräumige Mischgebiete, wo Obstgärten, Hecken und Waldabteile einander abwechseln. Später erreicht unser Weg am Steilhang die Auffahrtsstraße, die von der Ortschaft Buchberg zum Gipfelplateau führt. Wir nutzen sie, um den Steilhang zu überwinden; kurz bevor wir das Gipfelplateau erreichen, wählen wir aber den nach halblinks abzweigenden Fuchsweg, der uns durch den Steilhang führt. Vor Beginn der Vegetation bieten sich von hier, dem Glasberg, atemberaubende Aussichten auf die südwestlich vor uns liegenden mittelfränkischen Sandebenen.  Nach einigen scharfen Kehren steigen wir schließlich auf das Gipfelplateau und später auf die flache Gipfelebene des Buchbergs.
Dicht am Gipfel erreichen wir die Artefakte des früheren keltischen Oppidums. Noch gut sichtbar ist der äußere Wall, einst Wehrmauer, nun Grundlage für unseren vergnüglichen Pfad. Er bringt uns nach kurzem Abstieg zum früheren Eingang der Festung, dem Zangentor am Nordostpfeiler des Buchbergs. Nach enorm steilem Abstieg erreichen wir wieder den Fuchsweg und biegen scharf nach links ab. Herrliche Pfade bringen uns schließlich auf die Nordseite des Buchbergs, von wo aus wir auf breiterem Fahrwegen mit mehreren Abzweigungen, den Ringweg versetzt überquerend, in die stille Waldesruhe der Haid mit ihren Heidelbeersträuchern hinunter wandern. �
Nach geraumer Zeit gelangen wir wieder ins Freie. Vom Wanderparkplatz auf der Nordseite des Buchbergs aus überqueren wir die zugegebener Weise nicht besonders attraktive, agrarisch strukturierte und fast vollkommen flache Ebene in nördlicher Richtung, bis wir die westlichsten Häuser von Stauf erreichen. Immer im Blick ist dabei der Staufer Berg, ein kleiner Zeugenberg, dem die Erosion die frühere Kalkabdeckung völlig entrissen hat. Ihm fehlt daher auch ein Gipfelplateau; geblieben ist lediglich ein Rumpf, der zur Sandsteinformation des Dogger ? gehört.
Recht aussichtsreich und mit mehreren Wendungen besteigen wir nun den kleinen Zeugenberg. Rund um den Gipfel zieht sich ein deutlich sichtbarer Halsgraben, der zu einer früheren Burg des Geschlechts derer von Stauf gehörte. Weder zur Burg noch zum Geschlecht derer von Stauf sind allzu viel Urkunden zu finden; der Sage nach ist die Stätte jedoch vom letzten Burgfräulein behaust, die wegen ihres Geizes und ihrer Unbeugsamkeit nie die letzte Ruhe finden kann. Mag sein, dass es die charakterlichen Qualitäten der damaligen Burgherren waren, die es den Chronisten als angebracht erscheinen ließen, das Tuch des Vergessens über ihre Geschichte zu werfen.
Auf der Westseite des Staufer Bergs eröffnet sich uns ein wunderbarer Blick � weite Wiesen, sanft gewellte Hügel. Recht steil steigen wir den Westsporn des kleinen Zeugenbergs hinunter, später wandern wir am südseitigen Waldrand der Wälder entlang. Wieder liegt eine weite Ebene vor uns. Wir wandern über die Berngauer Fluren, über Wiesen und Felder � weite Blicke in alle Richtungen. Ganz nah, nur wenige hundert Meter nördlich von unserem Weg, zieht sich die europäische Hauptwasserscheide hin.
Geraume Zeit später erreichen wir zunächst den Waldrand; später wandern wir in ihn hinein. Bald zweigt unser Weg von der Forstraße nach links ab; unser Waldweg führt uns bergan, zunächst durch dichten Fichtenwald, bald darauf (an der Schichtkante von Dogger ? zu Dogger ?) sehr viel steiler und landschaftlich attraktiver durch lichten Kiefernwald. Die roten Sande, die auf der Hohen Ahnt zu Tage treten, kontrastieren vor allem im Frühling mit dem frischen Grün der Heidelbeergrüppchen.
Windungsreich und höchst vergnüglich überschreiten wir die Hohe Ahnt, die, wie schon der Staufer Berg und wie auch der Tyrolsberg, ihre Kalkabdeckung völlig verloren hat. Bald erreichen wir das schmucke, am Südhang des gleichnamigen Bergs gelegene Tyrolsberg, das zu Gemeinde Berngau gehört. Gern lassen wir uns von der freundlichen Gastwirtschaft nahe der Kirche (bis dorthin Markierung Rotpunkt / blaue 5) verköstigen. Nach Bier oder Lunch bringt uns unser Zubringer wieder zurück in unser Quartier.


4.  Von Tyrolsberg nach Loderbach

Ausgedehnte, fast immer im Wald verlaufende Wanderung und schöner Abschluss der Zeugenbergrunde. 

Die letzte Etappe der Zeugenbergrunde lässt uns in unangestrengter Weise die Landschaft genießen. Wir starten in Tyrolsberg am Dorfplatz. Ein erster Aufstieg bringt uns zu den obersten Häusern; bald kommen wir zur Quelle der Sulz, die das hinter uns liegende Gebiet donauwärts entwässert. Wenig später erreichen wir den Kamm des flachen Tyrolsbergs, der die Wasserscheide zwischen Rhein und Donau bildet. Der dunkelrote Sand auf dem Gipfel zeugt von Eisen- und anderen Metalleinschlüssen. Durch herrlichen Fichtenwald wandern wir beschwingt zuerst in westlicher, dann in nördlicher Richtung. Kurz vor dem Gipfelaufbau des Großbergs wenden wir uns nach halbrechts, immer der Markierung folgend. Sehr bald eröffnen sich schöne Blicke auf das östlich gelegene Neumarkt. Der unter uns liegende Spitalwald gehört der Stadt, hier oben aber befinden wir uns noch auf Gemeindegebiet von Berngau.
Es folgt ein wunderbarer Pfad, der sich entlang der östlichen Steilhänge des Großbergs windet. Später wenden wir uns erneut westwärts. Bald erreichen wir einen schönen Waldweg, der sich schräg zur Hanglinie in die Wälder von Köstlbach hinunter zieht. Hier gelangen wir ins Freie; unser Weg wendet sich nach rechts, und bald erreichen wir den Scheitelpunkt der tief eingeschnittenen Bahnlinie Nürnberg � Neumarkt (-> Wien). Auf der gegenüber liegenden Seite steigen wir, vorbei am Golfplatz, die Wiesen von Postbauer-Heng hinauf und erreichen später die flachen Höhen des Grünbergs, des unspektakulärsten der Zeugenberge. Durch duftiges Grün wandern wir, für etwa eine Stunde, durch die Mischwälder, einmal scharf nach rechts, nun wieder in östlicher Richtung, abzweigend.
Wo sich die Forststraße aus dem Wald wagt, kommen wir zur Bundesstraße B8, die wir vorsichtig überqueren. Nun wandern wir erneut aufwärts, diesmal auf die Südhänge des höchsten aller Zeugenberge, dem Dillberg, zu. Bald ist der Verkehrslärm der Bundesstraße nicht mehr zu hören; sehr still wird es hier. In weitem Bogen gelangen wir zum Fuß des Südost-Pfeilers des Dillbergs. Hier kommen wir auf die �Hohe Straße�, die von hier an herrlich auf dem Höhenrücken entlang führt. Wunderbar abwechslungsreicher Wald begleitet uns. Das Wandern auf dem kleinen Weg ist ein wahrer Hochgenuss! Eine gute Stunde später erreichen wir die Heinzburg auf dem Schlossberg. Wer das möchte, kann sich die im Landshuter Erbfolgekrieg zerstörte und nie wieder aufgebaute Burganlage, von der Halsgraben und Wehrwälle noch gut zu sehen sind, gern ansehen. �
Von hier an wandern wir stets leicht abwärts. Der veritable Forstweg führt in vielen leichten Kurven durch den Neumarkter Stadtwald. Geraume Zeit später erreichen wir den Alten Kanal � und bald darauf Loderbach mit seinem schönen Kirchlein und einem freundlichen Gasthaus.

 
     
 
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